Letzten Sommer bzw. Herbst habe ich bei ebay einen GPS-Empfänger erstanden. Mit diesem Gerät kann man seine Position auf der Erde auf ein paar Meter genau feststellen. Wenn wir von “dem” GPS-Signal sprechen, meinen wir das NAVSTAR-GPS-Signal. Das Satellitensystem wurde im Juli 1995 vom US-Militär in Betrieb genommen, und dient zur Positionsbestimmung und Navigation in allen denkbaren militärischen Bereichen.
Bis zum 1. Mai 2000 wurde das GPS-Signal aber vom US-Militär künstlich verschlechtert, damit die bösen Feinde das Signal nicht ebenfalls nutzen können. Somit war bei einer Genauigkeit von ca. 100 Metern an eine sinnvolle zivile Nutzung nicht zu denken.
Da jetzt aber eine Genauigkeit von wenigen Metern möglich, hat sich eine Menge getan: Viele Autos sind mit einem Navi ausgestattet, und es gibt ein paar Verrückte die Schnitzeljagd mit GPS-Unterstützung spielen. Zu denen gehöre ich…
Das schöne am Geocachen, so nennt man diese verrückte Schnitzeljagd, ist, dass sie weltweit funktioniert und auch durchgeführt wird. Z.Z. sind etwa 386.034 Schätze (gelistete Caches auf Geocaching.com) versteckt, davon zwischen 10.000 und 15.000 allein in Deutschland. Dieses Hobby wurde von einem Kanadier am 3. Mai 2000 erfunden, der zur Feier der Abschaltung dieser künstlichen Ungenauigkeit in einer Newsgroup Koordinaten von einer Kiste gepostet hatte, die er kurz zuvor im Wald versteckt hatte. Binnen eines Tages wurde das Versteck gefunden, dass wie bei den jetzt üblichen Caches bereits ein Logbuch und ein paar Gegenstände enthielt.
Die Community war von diesem Spiel so begeistert, dass keinen Monat später in Australien ein Geocache versteckt wurde. Die Geschwindigkeit wurde Gott sei Dank auch nicht durch Streitereien um die Kommerzialisierung des Hobbys gebremst. Geocaching.com ist zur Zeit die größte Datenbank von Koordinaten. Nach einer kostenlosen Registrierung kann man Caches suchen oder die Koordinaten von selbstversteckte Caches abspeichern.
Zur Vorbereitung von einem schönen Geocaching-Nachmittag gehört neben der Auswahl eines Caches natürlich der Check ob genügend Satelliten am Himmel stehen. Mit Hilfe der kostenlosen und sehr komfortablen Trimble-Software, kann man nach Eingabe der eigenen Position abklären, wann ein günstiger Zeitpunkt zum Cachen ist. Je mehr Satelliten am Himmel stehen, desto genauer und unkomplizierter ist die Navigation zum Geocache. Wir waren heute von 14:30 - 16:00 Uhr in Regensburg am Campus unterwegs:

Die Zeit war nicht ganz optimal, aber mein Garmin Geko 201 fand immer mindestens 5 Satelliten, so das wir mit der Genauigkeit unter 10 Meter blieben. Wir, dass waren Hirschi und ich, der zwar von dem Spiel schon gehört hatte, das Erste mal aber aktiv dabei war. Nach ca. 1h Stunde suche auf unserem Heimatcampus sind wir fündig geworden und hielten den Mikro-Cache in der Hand.

Es hat natürlich super Spaß gemacht und wir bedanken uns (falls er das hier liest) bei dem Cache-Leger für die schöne Runde über den Campus, von dem sogar wir noch nicht alles gesehen hatten. Und das obwohl wir hier schon 3 Jahre studieren.
Hirschi schaut sich übrigens heute Abend bei ebay nach einem eigenen GPS-Empfänger um.