Jaja. Die Uni ist verdammt anstrengend, jedenfalls wenn man hier ernsthaft studieren will und anständige Noten mit nach Hause nehmen will. Es müssen Assignments und Präsentationen erstellt werden und das in regelmäßigen und verdammt kurzen Abständen. Das letzte Assignment war für European Business Environment und hatte als Themenbereich “Interessengruppen” beziehungsweise die Möglichkeiten von Interessengruppen auf die Politik Einfluß auszuüben. Also sogar ziemlich interessant. Ich hab mal wieder viel zu spät angefangen. Abgabetermin war Donnerstag, 10 Uhr früh. Mittwoch Nachmittag um 2 noch schnell ein Schläfchen gehalten und dann gings um 4 los. Gelesen hatte ich bis auf ein paar Seiten schon alles, also kein Problem. Wir (Michi & ich) wollten bis um 12 Uhr nachts fertig sein. Um 5 vor 12 wurde uns aber dann klar, dass wir es wohl nicht ganz schaffen werden. Also noch zwei Stunden drangehängt. Viele kennen es ja: Um 2 wird man so langsam richtig müde - und wir immer noch nicht fertig. *gg*
Michi kam dann hoch zu mir und wir sind in die Küche um uns dort einen Kaffee zu machen. Und siehe da: Wir waren nicht die einzigen die noch arbeiteten. Die Küche war belagert von Portugiesen, die auch munter und gut gelaunt ihr Assignment für EBE schrieben. Der Geräuschpegel der wild gestikulierenden und sich gegenseitig Englische Sätze vorsprechenden Portugiesen war phänomenal. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich in dieser Küche EINEN korrekten englischen Satz aufs Papier gebracht hätte. Aber zum Kaffee trinken wars ganz lustig. Die meisten hatten bisher weniger als wir, aber wir waren guter Dinge um 5 Uhr ALLE fertig zu sein und dann - schlafen rentiert sich sowieso nicht mehr - nach getaner Arbeit ein bisschen in die Stadt zum feiern zu gehen. Um 8 wollten wir in die Bib und das Zeug ausdrucken. Da bieten sich die 3 Stunden von 5 bis 8 ja wirklich zum weggehen an.
Aber Pustekuchen! Waren um 2 Uhr noch alle recht guter Laune, so hat es sich spätestens ab 4 Uhr abgeschwächt. Immer noch kein wirkliches Ende in Sicht kämpfte man sich durch die Artikel. Wie auf den Fotos zu sehen, sanken auch die Portugiesen in die Couch. Ums nicht allzu spannend zu machen: Alle haben es noch geschafft und zwar Just in Time. Die Referenzenliste konnte ich um 10 vor 8 abschließen. Nur noch in der Bib ausdrucken und dann abgeben. Um 10 Uhr waren wir wieder im Guesthouse. Ich hab dann noch zwei Hot Dogs zum Frühstück (oder spätem Abendessen) verputzt und hab mich um 11 in die Falle gelegt.
Hab ich euch schon Frank erzählt? Frank ist Deutscher (ausm Ruhrpott) und wohnt mit mir im Guesthouse. Alle lieben Frank, weil er so steil abgeht, da ist senkrecht echt bergab. Und in Frank seiner Küche steigt jeden Abend ne geile Party. Meistens sind die Franzosen da, aber immer die Portugiesen, weil sie da kochen und zusammen essen. Michi und ich sind mittlerweile Stammgäste in Franks Küche bzw. WG. Das Arbeitspensum in Maastricht ist wirklich hoch. Kein Vergleich zu Regensburg. Ich komm mir jetzt schon vor als wär ich in der Prüfungsvorbereitungsphase, obwohl wir erst in der zweiten Woche sind. Da gibts dann halt nur ein Motto: Work hard, party even harder…
Ich weiß nicht mehr genau wann es war, aber lange ist es nicht her. Wir waren mal wieder in Franks Küche und dieses mal hatten sich die Portugiesen was cooles ausgedacht. Sie haben einen echt guten Sangria gemacht. Der Gag war, das Glas mit Sangria durfte man nur in der linken Hand halten. Nur einen kurzen Moment unaufmerksam und das Glas in die rechte Hand genommen und die ganze Küche fing laut zu singen. Kein Wort hab ich von dem Portugiesisch verstanden, aber man musste dann das Glas als Strafe auf Ex austrinken. DAS IST DIE REGEL!
Natürlich hats mich mehr als einmal erwischt, weil die ganzen fiesen Leute wollen einen natürlich in die Pfanne hauen und wenden Tricks an, dass du dein Glas in die rechte Hand nimmst. Halleluja! Das war ein Abend. Leider wurde auch manches dokumentiert. Zu meiner Verteidigung: Es war schon sehr spät und ich hatte schon mehr als ein bisschen getrunken. Also keine dummen Sprüche über meine Trinkgeschwindigkeit!!!
Am Schluss sieht man übrigens auch Frank. Er ist so komisch angezogen, weil er total krank war und die meiste Zeit im Bett bleiben musste. Was ihn aber nicht vor den Konsequenzen des Trinkspiels bewahrte.
Über das Guesthouse UM kann ich mich bisher nicht beschweren. Alle Angestellten sind freundlich und versuchen einem den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu gehört bei der Anreise eine umfangreiche Informationsmappe, die alle möglichen interessanten Adressen enthielt, wie z.B. das nächste Einkaufszentrum oder der nächste Allgemein- oder Zahnarzt. Die Rezeption ist quasi rund um die Uhr besetzt. Am Tag ist die normale Rezeption zu erreichen, nach 17 Uhr die Notrezeption mit dem Sicherheitspersonal. Will man Tennis, Basket- oder Fussball spielen kann man sich die dafür erforderlichen Utensilien kostenlos ausleihen.
Für das Hauptfortbewegungsmittel der Holländer, das Rad, steht direkt vor dem Haus eine überdachte Hütte. Leider ist für mich ja keines übrig geblieben in Maastricht… =)
Nachdem ich euch das Zimmer schon gezeigt habe, folgt noch der Rest meines WG-Bereichs. Die Fotos hab ich bereits gestern gemacht und in der Küche war noch nicht viel los. Ich denke, dass in 1 Woche bereits Berge von Geschirr das Fenster in der Küche verdecken werden.
Ich war gestern in einer anderen WG essen und plötzlich kam ein Mann herein, einen Küchen-Sauberkeitscheck durchführte. Die Küche sah aus wie alle WG-Küchen auf dieser Welt. Würde wirklich gerne wissen, was er da in sein Büchlein geschrieben hat.
Wie das letzte mal auch gilt: Einfach auf die Slideshow klicken um die Bilder in LARGE und in Ruhe ansehen zu können.
… für die nächsten 4 Monate sieht ganz gut aus. Es ist sehr groß - ich glaube fast ein bisschen großer wie in Regensburg und ich habe unendlich viel Regalplatz. Nachdem ich alles ausgepackt und verstaut habe, sieht es immer noch sehr leer aus. Ich glaub ich muss mal wieder einkaufen gehen.
Wer die Fotos in Ruhe sehen will, einfach auf die Slideshow klicken.