Seit vorgestern gibt es das iPhone in Deutschland und es wurden angeblich am ersten Tag schon 10000 verkauft. Viele (mich inklusive) schrecken aber die teuren Tarife von mindestens 50 Euro im Monat überhaupt an eine Anschaffung zu denken. Naja, ich würds mir wahscheinlich schon überlegen wenn die Applikation iBeer in die Realität umgesetzt werden könnte. Man bedenke, was man da sparen könnte, besonders hier in Maastricht
Manchmal gibt es im (Uni-)Spiegel interessante Artikel über meine/unsere Generation. Wir sind Studenten! Zu Dostojewskijs Zeiten waren Studenten arm und irgendwie edel, weil sie für ihren Wissensdurst hungerten. Danach waren Studenten mal “Revoluzzer und kiffende Zottel” oder “gepflegt, aber faul und partysüchtig”. Mittlerweile assoziiere ich / assoziiert man doch eher die “Generation Praktikum” mit der aktuellen Studentengeneration, oder? Praktika sind wichtig, am besten im Ausland. Oder wenigstens ein Semester im Ausland studieren - das ist die Regel, nicht mehr die Ausnahme. “Global Generation” vielleicht? Auch der Arbeitsmarkt, der Drang zur Verwirklichung und sicher auch die gefallenen Mobilitätskosten tragen dazu bei, dass der Job nach dem Studium wohl nicht mehr im 200km Radius des Heimatorts liegt, sondern man als Volkswirt auch die Stellenanzeigen der EU in Brüssel, bei den Vereinten Nationen in Genf oder an einem Institut in Hamburg ansieht. Oder nicht mehr im eigenen Bundesland studiert, sondern an der Hochschule mit dem besten Ranking oder den niedrigsten Studiengebühren.
Und das alles macht uns auch zur “Generation Fernbeziehung” wie in diesem Artikel beschrieben. Hier in Maastricht ist es besonders “schlimm”. Fillipo kommt aus Mailand, studiert jetzt mit mir in Maastricht und fliegt übers Wochenende ab und zu zu seiner Freundin nach Dublin. Bratt kommt aus Kanada und studiert hier in Maastricht, damit ihn seine Freundin, die in Düsseldorf bei Loreal Praktikum macht und früher als normale Studentin in Maastricht studiert hat (aber eigentlich aus Deutschland kommt) am Wochenende sehen kann. Das Herz von Dan gehört den Wiener und Londoner Frauen, weil er aus Wien stammt, aber in London studiert. Auch wenn er jetzt für ein halbes Jahr Exchange Student in Maastricht ist, dann fliegt er doch alle zwei, drei Wochen mal nach London oder Wien um Freunde zu treffen.
Aber man muss doch gar nicht nach Maastricht blicken. Temporär lebe ich jetzt in einer Fernbeziehung. Wenn ich zurück bin wird daraus wieder eine soviel bessere Wochenendbeziehung und es wird mit ziemlicher Sicherheit die nächsten 3 Jahre bei einer Wochenendbeziehung bleiben. Luke, Steffis Freund ist Amerikaner, kennengelernt bei einem Auslandsaufenthalt. Sie sehen sich auch nur im Jahr drei mal im Jahr, dafür dann länger, aber immer noch viel zu selten. Mein Freund “Helles” wohnt zwar mit seiner Freundin in München, arbeitet aber für seine Firma während der Woche in Hamburg. Simon trifft man oft um 4 Uhr nachts online - da telefoniert er mit seiner Freundin in den USA - auch ein “Angewohnheit”, seit er aus wieder vom Auslandsjahr zurück ist. Tagsüber arbeitet er bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Ich könnte noch 10 andere Beispiele aufzählen.
Manchmal rettet man sich damit, sich selbst abenteuerlich-exotisch zu finden. Zwei Städte, zwei Leben, rumkommen, unterwegs sein - Fernbeziehungen gehören zum mobilen Studentenleben wie Praktika und Erasmus.
Diesen Satz kann ich voll unterstreichen. Ich glaube keiner von uns findet es schön so zu leben. Aber was haben wir für eine Wahl in dieser Zeit?
Gestern in der Früh um 7 ging es auf Richtung Ameland. Eigentlich ging es auf Richtung Holwerd, denn da ging unsere Fähre. Holwerd ist genau 346km von Maastricht entfernt und liegt nicht weit vom nördlichsten Punkt des holländischen Festlandes entfernt. Man kann also sagen, dass wir gestern einmal längs durch Holland und zurück sind. Die Fahrt war allein schon ein Abenteuer, da wir die von Mr. Google angegebenen Ausfahrten entweder gar nicht fanden oder sie wegen Bauarbeiten gesperrt waren. Gott sei Dank hatte ich meinen Reiseführer mit einer akzeptablen Karte dabei, die uns den Tag rettete.
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In Holwerd angekommen, nahmen wir um 11:30 Uhr die Fähre nach Nes (Ameland) um uns dann vier Räder zu leihen. Mit dabei waren nämlich Nick (England), Andree-Eve (Canada, und hoffentlich hab ich ihren Namen richtig geschrieben), Michi und ich. Als wir beim Fahrradverleih ankamen war aber klar, dass wir uns keine normalen Räder ausleihen. Wir hatten nämlich Tandems entdeckt. Nach Bezahlung von 14 Euro pro Tandem für einen Tag ging also die Reise los. Erster Halt war der Supermarkt, wo wir uns für unser geplantes Picknick am Strand mit leckeren Sachen eindeckten. Billig (nämlich umsonst,) und gut, war dann nach einer kleinen Irrfahrt über Pferdekoppeln auch das Picknick. Das Essen schmeckt gleich doppelt so gut, wenn man einen Bärenhunger hat und einem frischer und nach Meer duftender Wind um die Nase bläst.
Nachdem wir kurz mit Hilfe unserer Zehen die Wassertemperatur getestet und als zu kalt befunden haben gings mit dem Tandem weiter an die Westspitze der Insel. Dort gabs einen schönen alten Leuchtturm zu sehen. Danach gings schon wieder zurück nach Nes, wo wir uns noch kurz das Dorf anschauten. Echt wunderschöne alte kleine Häuser und überraschend viele Restaurants luden eigentlich zum längeren Verweilen ein. Aber leider mussten wir schon wieder mit der Fähre um 18:30 Uhr zurück. Eine kleine Überraschung wartete aber noch auf uns: Nicks Auto hatte an diesem Tag anscheinend keinen Bock mehr das normale Abblendlicht einzuschalten. Damit hatten wir noch zwei Möglichkeiten: Standlicht, was viel zu finster war und wir Angst hatten, dass wir über den Haufen gefahren werden und das Fernlicht, mit dem wir aber dem Lichthupenterror der entgegenkommenden Fahrzeuge ausgesetzt waren. Was kann man da machen? Wir kamen auf nicht viel, nur die Lichter so weit wie möglich auf den Boden vor uns zu stellen, also abzusenken und vom Erstehilfekoffer das Pflaster zu klaun und damit den oberen Teil unserer Lichter zuzukleben.
Hat wirklich was gebracht unser Einfallsreichtum, denn kein Autofahrer fühlte sich mehr belästigt und wir hatten mehr als genug Licht um den Weg nach Hause zu finden. Die Polizei hat uns nicht erwischt, aber ich wär schon gespannt gewesen, was die zu unseren getapten Frontlichtern gesagt hätte. =)
Juhu! Jetzt gerade eben war ich Discussion Leader in dem Kurs EBE. Das bedeutet eigentlich nur, dass man Fragen zu den zu lesenden Texten stellt und dann durch die Diskussion führt. Aber verdammt… Es ist soviel Arbeit! Ich war echt gestern und heute Früh dortgesessen und hab alle Text richtig mit Mitdenken gelesen Normalerweise überfliegt man die Texte nur, weil es immer so unendlich viel zu lesen ist. Aber wenn man Discussion Leader ist, dann sollte man schon den Durchblick behalten. Dann noch mit meiner Partnerin 8 Fragen entworfen (auch alles gestern) und eine Powerpointpräsi mit den Fragen und noch zusätzlichen Infos zu den Fragen entworfen (auch gestern). Heute hab ich eigentlich nur die Musterlösungen zu Fragen gemacht, die mich (mit nochmaliger Quälerei durch die Artikel) ungefähr 5 Stunden Arbeit gekostet hat. Aber die Arbeit hat sich rentiert. Wir waren die erste Gruppe die nicht durch ihre Fragen gekommen sind, weil alles wie wild diskutiert hat. War sehr spaßig, aber wir hatten alle Hände voll zu tun die Diskussion nicht abgleiten zu lassen. Wenn man bei der Frage nach dem Sinn einer EU-Verfassung bei Volksreferenden über die Mitgliedschaft von Australien im Commonwealth landet, dann ist eindeutig Schluß
Letztes Wochenende fanden wir endlich einmal die Zeit uns ein bisschen unsere neue “Heimatstadt für 4 Monate” anzusehen. Es war ein wunderschöner Tag und somit war die beste Voraussetzung für einen Rundgang gegeben. Zugegebenermaßen, Maastricht hat jetzt nicht die absoluten Super-Highlights, aber bietet eine solide Menge an altem Krempel den man sich schon mal anschauen sollte. Blöderweise hab ich nach dem Besuch im Straßencafe irgendwo meine Karte verloren, daher kann ich euch leider nicht mit interessanten historischen Daten zu den Sehenswürdigkeiten verblüffen. Sorry
Jaja. Die Uni ist verdammt anstrengend, jedenfalls wenn man hier ernsthaft studieren will und anständige Noten mit nach Hause nehmen will. Es müssen Assignments und Präsentationen erstellt werden und das in regelmäßigen und verdammt kurzen Abständen. Das letzte Assignment war für European Business Environment und hatte als Themenbereich “Interessengruppen” beziehungsweise die Möglichkeiten von Interessengruppen auf die Politik Einfluß auszuüben. Also sogar ziemlich interessant. Ich hab mal wieder viel zu spät angefangen. Abgabetermin war Donnerstag, 10 Uhr früh. Mittwoch Nachmittag um 2 noch schnell ein Schläfchen gehalten und dann gings um 4 los. Gelesen hatte ich bis auf ein paar Seiten schon alles, also kein Problem. Wir (Michi & ich) wollten bis um 12 Uhr nachts fertig sein. Um 5 vor 12 wurde uns aber dann klar, dass wir es wohl nicht ganz schaffen werden. Also noch zwei Stunden drangehängt. Viele kennen es ja: Um 2 wird man so langsam richtig müde - und wir immer noch nicht fertig. *gg*
Michi kam dann hoch zu mir und wir sind in die Küche um uns dort einen Kaffee zu machen. Und siehe da: Wir waren nicht die einzigen die noch arbeiteten. Die Küche war belagert von Portugiesen, die auch munter und gut gelaunt ihr Assignment für EBE schrieben. Der Geräuschpegel der wild gestikulierenden und sich gegenseitig Englische Sätze vorsprechenden Portugiesen war phänomenal. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich in dieser Küche EINEN korrekten englischen Satz aufs Papier gebracht hätte. Aber zum Kaffee trinken wars ganz lustig. Die meisten hatten bisher weniger als wir, aber wir waren guter Dinge um 5 Uhr ALLE fertig zu sein und dann - schlafen rentiert sich sowieso nicht mehr - nach getaner Arbeit ein bisschen in die Stadt zum feiern zu gehen. Um 8 wollten wir in die Bib und das Zeug ausdrucken. Da bieten sich die 3 Stunden von 5 bis 8 ja wirklich zum weggehen an.
Aber Pustekuchen! Waren um 2 Uhr noch alle recht guter Laune, so hat es sich spätestens ab 4 Uhr abgeschwächt. Immer noch kein wirkliches Ende in Sicht kämpfte man sich durch die Artikel. Wie auf den Fotos zu sehen, sanken auch die Portugiesen in die Couch. Ums nicht allzu spannend zu machen: Alle haben es noch geschafft und zwar Just in Time. Die Referenzenliste konnte ich um 10 vor 8 abschließen. Nur noch in der Bib ausdrucken und dann abgeben. Um 10 Uhr waren wir wieder im Guesthouse. Ich hab dann noch zwei Hot Dogs zum Frühstück (oder spätem Abendessen) verputzt und hab mich um 11 in die Falle gelegt.
Hab ich euch schon Frank erzählt? Frank ist Deutscher (ausm Ruhrpott) und wohnt mit mir im Guesthouse. Alle lieben Frank, weil er so steil abgeht, da ist senkrecht echt bergab. Und in Frank seiner Küche steigt jeden Abend ne geile Party. Meistens sind die Franzosen da, aber immer die Portugiesen, weil sie da kochen und zusammen essen. Michi und ich sind mittlerweile Stammgäste in Franks Küche bzw. WG. Das Arbeitspensum in Maastricht ist wirklich hoch. Kein Vergleich zu Regensburg. Ich komm mir jetzt schon vor als wär ich in der Prüfungsvorbereitungsphase, obwohl wir erst in der zweiten Woche sind. Da gibts dann halt nur ein Motto: Work hard, party even harder…
Ich weiß nicht mehr genau wann es war, aber lange ist es nicht her. Wir waren mal wieder in Franks Küche und dieses mal hatten sich die Portugiesen was cooles ausgedacht. Sie haben einen echt guten Sangria gemacht. Der Gag war, das Glas mit Sangria durfte man nur in der linken Hand halten. Nur einen kurzen Moment unaufmerksam und das Glas in die rechte Hand genommen und die ganze Küche fing laut zu singen. Kein Wort hab ich von dem Portugiesisch verstanden, aber man musste dann das Glas als Strafe auf Ex austrinken. DAS IST DIE REGEL!
Natürlich hats mich mehr als einmal erwischt, weil die ganzen fiesen Leute wollen einen natürlich in die Pfanne hauen und wenden Tricks an, dass du dein Glas in die rechte Hand nimmst. Halleluja! Das war ein Abend. Leider wurde auch manches dokumentiert. Zu meiner Verteidigung: Es war schon sehr spät und ich hatte schon mehr als ein bisschen getrunken. Also keine dummen Sprüche über meine Trinkgeschwindigkeit!!!
Am Schluss sieht man übrigens auch Frank. Er ist so komisch angezogen, weil er total krank war und die meiste Zeit im Bett bleiben musste. Was ihn aber nicht vor den Konsequenzen des Trinkspiels bewahrte.
Am Samstag gings nach einer harten Nacht - wir haben uns eingebildet ein paar niederländische Biersorten anzutesten - auf nach Brüssel. Das Wetter war nicht schön, aber es hat auch nicht geregnet. Ich hatte nicht erwartet, dass Brüssel so schön und vielfaltsreich ist. Eher mehr wie eine große EUkratenstadt mit vielen Bürogebäuden. Die gibts auch im EU-District. Den genauer anzusehen war uns aber zu langweilig. Diesmal sind ziemlich ausführliche Kommentare in den Bildern. Also am Besten direkt bei PicasaWeb ansehen (also auf die Slideshow klicken!)
Am letzten Montag (mein Gott, ist das jetzt schon wieder eine Woche her?) war bei uns Bowling angesagt. Die ESN hatte geladen bzw. die Bahnen organisiert. Die Kanadier haben wirklich gut gespielt und ich konnte mich leider nicht durchsetzen Michi, der noch nie gespielt hat, verbuchte im zweiten Spiel einen Überraschungserfolg und wurde zweiter. =)
Eigentlich informiere ich mich schon gerne, was über den Tag so passiert ist. Nachrichten schaun ist daher eher ein schönes Hobby, als eine lästige Pflicht um auf dem Laufenden zu bleiben. Wie macht man das im Ausland?
Tagesthemen-Fans: Die Tagesthemen sind schon lange vorbildlich im Netz vertreten. Geht man auf tagesthemen.de, dann wird auf der linken Seite sofort der Hinweis auf die nächste Live-Sendung und ein Link auf das Video der letzten Sendung der Tagesschau oder Tagesthemen gezeigt. Eigentlich bin ich ja eher Heute-Journal-Fan, aber auch in Regensburg hab ich mittendrin gern mal Nachrichten geschaut, auch wenn sie gerade nicht auf dem TV liefen. Und dann surft man halt zu tagesthemen.de.
Vor Kurzem hat auch das ZDF nachgezogen und die neue Mediathek online gestellt. Damit kann ich neben dem heute-journal auch meine Lieblingsserie “Wege zum Glück” ansehen - und wenns mitten in der Nacht um 3 is… Kleiner Scherz! Das besondere ist hier auch, dass es die sogenannten 100 Sekunden-Nachrichten gibt. Perfekt wenn man nicht lange Zeit hat, aber trotzdem einen guten Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage haben will.
So bleibt man immer informiert, auch wenn man im letzten Loch auf der Welt sitzt. Hauptsache man hat eine gute Internetverbindung. =)