Maastricht, ich komme...

Dieser Weblog soll über meinen Auslandsaufenthalt an der Universiteit Maastricht im Herbst/Winter 2007 informieren.

Ameland

Oktober 7th, 2007

Gestern in der Früh um 7 ging es auf Richtung Ameland. Eigentlich ging es auf Richtung Holwerd, denn da ging unsere Fähre. Holwerd ist genau 346km von Maastricht entfernt und liegt nicht weit vom nördlichsten Punkt des holländischen Festlandes entfernt. Man kann also sagen, dass wir gestern einmal längs durch Holland und zurück sind. Die Fahrt war allein schon ein Abenteuer, da wir die von Mr. Google angegebenen Ausfahrten entweder gar nicht fanden oder sie wegen Bauarbeiten gesperrt waren. ;-) Gott sei Dank hatte ich meinen Reiseführer mit einer akzeptablen Karte dabei, die uns den Tag rettete.

Größere Kartenansicht
In Holwerd angekommen, nahmen wir um 11:30 Uhr die Fähre nach Nes (Ameland) um uns dann vier Räder zu leihen. Mit dabei waren nämlich Nick (England), Andree-Eve (Canada, und hoffentlich hab ich ihren Namen richtig geschrieben), Michi und ich. Als wir beim Fahrradverleih ankamen war aber klar, dass wir uns keine normalen Räder ausleihen. Wir hatten nämlich Tandems entdeckt. Nach Bezahlung von 14 Euro pro Tandem für einen Tag ging also die Reise los. Erster Halt war der Supermarkt, wo wir uns für unser geplantes Picknick am Strand mit leckeren Sachen eindeckten. Billig (nämlich umsonst,) und gut, war dann nach einer kleinen Irrfahrt über Pferdekoppeln auch das Picknick. Das Essen schmeckt gleich doppelt so gut, wenn man einen Bärenhunger hat und einem frischer und nach Meer duftender Wind um die Nase bläst.

Nachdem wir kurz mit Hilfe unserer Zehen die Wassertemperatur getestet und als zu kalt befunden haben gings mit dem Tandem weiter an die Westspitze der Insel. Dort gabs einen schönen alten Leuchtturm zu sehen. Danach gings schon wieder zurück nach Nes, wo wir uns noch kurz das Dorf anschauten. Echt wunderschöne alte kleine Häuser und überraschend viele Restaurants luden eigentlich zum längeren Verweilen ein. Aber leider mussten wir schon wieder mit der Fähre um 18:30 Uhr zurück. Eine kleine Überraschung wartete aber noch auf uns: Nicks Auto hatte an diesem Tag anscheinend keinen Bock mehr das normale Abblendlicht einzuschalten. Damit hatten wir noch zwei Möglichkeiten: Standlicht, was viel zu finster war und wir Angst hatten, dass wir über den Haufen gefahren werden und das Fernlicht, mit dem wir aber dem Lichthupenterror der entgegenkommenden Fahrzeuge ausgesetzt waren. Was kann man da machen? Wir kamen auf nicht viel, nur die Lichter so weit wie möglich auf den Boden vor uns zu stellen, also abzusenken und vom Erstehilfekoffer das Pflaster zu klaun und damit den oberen Teil unserer Lichter zuzukleben. ;-)

Hat wirklich was gebracht unser Einfallsreichtum, denn kein Autofahrer fühlte sich mehr belästigt und wir hatten mehr als genug Licht um den Weg nach Hause zu finden. ;-) Die Polizei hat uns nicht erwischt, aber ich wär schon gespannt gewesen, was die zu unseren getapten Frontlichtern gesagt hätte. =)

Ach wie wunderbar war das Gefühl, als Vla meinen Gaumen streichelte, meine Geschmacksnerven verwöhnte und meine Speiseröhre massierte.

Ach wie wunderbar fühlt sich gerade mein Magen an; gerade so als hätte ich einen großen Wattebausch verschluckt.

Ach wie wunderbar ist dieses zarte cremige Getränk, dass man mit einem Löffel isst.

Jeder Holländer wächst damit auf, in Deutschland kennt es kaum jemand. Im Internet kann man lesen, dass es mittlerweile auch in manchen EDEKA- und ALDI-Märkten vertrieben wird. Die Kritiker der ersten deutschen Vla-Fanseite sind sich aber einig, dass es nicht an den Geschmack des orginalen Vla heranreicht. Nach dem ersten halben Liter Vla bin ich der Meinung, dass es jeder mal probiert haben sollte.

Vla im Tetra-Pack

Vla ist ungefähr so etwas wie Pudding. Nur dass es viel viel cremiger und zarter ist. Neben Milch ist eben noch Maisstärke und Eier enthalten. Lustig ist, dass es Vla meistens in Tetra-Packs gibt. Deswegen war auch meine erste Annahme, dass man das Zeug trinkt und ich hab es in ein Glas getan. Eigentlich isst man es mit dem Löffel. Anfängerfehler! =)

Vla gibt es in Holland in vielen verschiedenen Sorten. Ich habe es mal mit einem Klassiker probiert. Schokolade! Man macht also die Packung auf und schon flutscht es heraus. Nein, es fließt nicht. Dazu ist es zu dickflüssig. Und es fällt auch nicht heraus, dazu ist es zu dünnflüssig. Es flutscht. Denn es ist einfach Vla!

 

Hier könnt ihr es beim Flutschen beobachten:

Vla beim flutschen!

Das einzige Problem ist, dass sich ein nicht mal kleiner Rest des leckeren Vla im Karton versteckt. So muss man eine spezielle uralte holländische Falttechnik anwenden, um das Vla aus der Verpackung zu pressen, die diese Speise der Götter vor Umwelteinflüssen schützt. Natürlich konnte der Holländer in mir diese Falttechnik intuitiv anwenden.Falttechnik und traurigerweise der letzte Rest an Vla bis Montag.

Zu stolz für eine feste Speise. Zu edel für ein Getränk. Einfach Vla!

Ohne Worte

August 29th, 2007

…

Heute hab ich mich mal mit meiner Gesundheitsvorsorge im Ausland beschäftigt. Jaja, ich weiß! Ich bin mal wieder früh dran. Aber hatte früher wirklich keine Zeit.

Die normalen Auslandsreiseversicherungen gelten meistens nur 6 Wochen oder 45 Tage. Ich bin aber 4 Monate im Ausland. Damit fällt diese Option im vornherein weg.

gekklein.jpg

Ich bin über meinen Vater bei der GEK familienversichert (so nennt man das glaube ich). D.h. ich zahle selbst keine Beiträge, weil ich ja als Student nichts verdiene. Die Frage ist, ob die Leistungen von der GEK auch bereitgestellt werden, wenn ich mich für längere Zeit im Ausland aufhalte. Die Seite der GEK im Netz ist mittelmässig. Informationen sind zwar zu finden, jedoch sind sie meist nicht sehr ausführlich und man kommt um einen Anruf bei der Service-Hotline nicht herum. Wie auch in diesem Fall…

Auf der Seite ist vermerkt, dass mit der neuen EU-Versicherungskarte im EU-Ausland bei zugelassenen Vertragsärzten die Kosten der Leistungen übernommen werden. Genauso gilt das bei Vertragszahnärzten und Vertragskrankenhäusern. Leider gibt es keine Datenbank oder Liste für die verschiedenen Länder/Städte mit einer Aufzählung dieser Ärzte.

Na gut! Dann anrufen: Der Herr am anderen Ende war wie die letzten Telefonpartner bei der GEK sehr freundlich und sehr bemüht. Wirklich ein großes Plus. Er verstand mein Problem sofort und schickt mir bis morgen (ich hatte um 15:30 Uhr angerufen!) eine Adressliste für die Stellen in ganz Holland, wo ich mir eine Liste mit den Vertragsärzten besorgen kann. ;-) Ist schon ein bisschen kompliziert, aber ich bin trotzdem zufrieden.

D.h. ich werde dann sobald wie möglich zu dieser Stelle gehen und mir die Liste besorgen wenn ich in Maastricht bin. Denke nämlich nicht, dass ich Lust dazu habe, wenn ich erst einmal krank bin (was mir hoffentlich erspart bleiben wird).

Holland ist wohl am bekanntesten durch den käse. Und der Holländer ist auch fest davon überzeugt, dass nur er richtigen käse produzieren kann. Und mag aus diesem grund auch keine Schweizer… Auch sind die meisten Holländer der meinung, sie hätten die meisten windmühlen. Und mögen deshalb auch keine Niedersachsen…

Sehr lustiger Kurzüberblick über das Völkchen, das mich in der nächsten Zeit aufnimmt. Klick!

via Alleswasbewegt.de

Post aus Maastricht

Juli 19th, 2007

Heute kam (an meine Heimatadresse) Post von der Universität Maastricht. Meine Akte ist soweit komplett und ich bin offiziell Student der Uni Maastricht von 03. September bis 25. Januar. Mit dabei war auch der schon sehnlich erwartete “Letter of Admission”, der offiziell bestätigt, dass ich dort studiere. Den brauche ich z.B. für meine Vertragsstilllegung bei O2. Mit dabei ist auch eine Karte von Maastricht. Die hat mein Daddy aber jetzt nicht eingescannt und mir runtergeschickt. ;-)

Das Programm für den “Introduction Day” lag auch mit bei. An diesem Tag werden wir über das PBL-System, CIP-Pools, Uni Bib und weitere wichtige Dinge informiert. Am Einführungstag ist alles kostenlos. ;-)

  • 9:30 Uhr in der Tongersestraat 53, angeblich in der mitgeschickten Karte verzeichnet (sehr gut!): Treffen am Haupteingang und gang in die Mensa mit Kaffee, Tee, Kekse und verteilen der Willkommens-Packete!
  • Danach Eröffnung Veranstaltung über Fakultäts- und Soziale Belange, PBL, ELEUM, und Aufteilung zu kleinen Gruppen um ein bisschen mit dem Mentor abzuhängen.
  • kostenloser Lunch mit der Gelegenheit den Mentor auszuquetschen.
  • Bib-Führung
  • “lecture on how to give a presentation, on how to write a paper and on other practical tutorial sessions.
  • Lustige Vorlesung über die niederländische Kultur
  • Um 16:30Uhr: Willkommensempfang mit kostenlosen Getränken  und Snacks zum gegenseitigen kennenlernen.

Hört sich gut organisiert und nett an. Die geben sich anscheinend richtig Mühe, dass es uns dort gefällt. ;-) Wie man an meinem Schreibstil merkt, bin ich total müde und geh jetzt sofort ins Bett. Morgen früh ist ja schließlich Klausur. :-(

Neues Video

Juli 16th, 2007

Studieren in Holland

Juli 3rd, 2007

Im e-follows.wiki gibt es einen schönen Artikel über das Studieren in den Niederlanden. Dort kann man sich darüber informieren wie das typische Studium eines niederländischen Studenten aufgebaut ist und welche Unis die Spitzenplätze im Land einnehmen. Die UM ist übrigens knapp hinter der Wageningen Univiversität und der Universität Heerlen auf Platz 3.

In meinem Reiseführer wird noch auf ein sehr attraktives Angebot für ein Zugticket verwiesen. Das Euro-Domino Nederland-Ticket gibt es aber seit Ende Mai diesen Jahres nicht mehr. Schade! Dafür gibt es jetzt den Inter Rail One Country Pass. Er ist lange nicht mehr so interessant, da nicht mehr so billig. Konnte man mit dem Euro-Domino-Ticket noch für ca. 13 Euro pro Fahrt durch die ganze Niederlande reisen, muss man jetzt doch mehr hinblättern. Als Jugendliche gelten alle unter 25 Jahre:

Quelle: www.bahn.de und eigene Ergänzungen

Mit dem Ticket kann ich durch alle drei BeNeLux-Länder reisen. Aber will ich das? Für mich wäre das alte Domino-Ticket perfekt gewesen.

Mal sehen was es von der Niederländischen Bahn (Nederlandse Spoorwegen) für Angebote gibt:

  • Tagesticket (Dagkaart) für 2. Klasse: 40,30 Euro. Für fünf Euro mehr kann man zusätzlich alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel benutze (OV Dagkaart). Wow, ist das teuer! Ich werde vermeiden so ein Ticket zu lösen.

Sonst sieht es mit den Angeboten auf der englischen Seite eher mau aus. Wenn man ein Rückfahrticket gleich mit dem Hinfahrticket kauft, gibt es Ermäßigung. Toll! Aber tolle Angebote gibt es nicht. Bin ein bisschen enttäuscht. Ich halte die Augen aber mal für weitere Angebote offen.

Hier gehts zum zweiten Teil.

Niederlande Reiseführer

Juni 19th, 2007

Letze Woche habe ich mir endlich einen Reiseführer für die Niederlande gekauft. Da ich vor allem mit dem “Kykladen”-Reiseführer letzten Sommer beim Backpacking auf den griechischen Inseln sehr zufrieden war, habe ich mich auch dieses Mal für eine Ausgabe vom Michael Müller Verlag entschieden.

Niederlande-Reiseführer vom Michael Müller Verlag

Mit 22,90 Euro ist er sicher einer der teureren Reiseführer auf dem Markt, aber mit seiner Informationsdichte und den vielen praktischen Tipps liegt er gegenüber seinen Konkurrenten weit vorne. Es gibt mittlerweile die 6. Auflage (aktualisiert: 2006) und die Informationen sind auf ca. 660 Seiten verteilt. Alle Ausgaben kann man direkt auf der Website des Verlags kostenfrei bestellen und vorher auch anlesen. Wie um den Kykladenführer auch, hat sich anscheinend auch um diese Ausgabe eine kleine Community gebildet, die in einem kleinem Forum rund um das Thema Niederlande diskutiert.

Generell wurde der Reiseführer anhand der 10 Provinzen in den Niederlanden unterteilt. In jedem Kapitel wird die Provinz vorgestellt und auf die schönsten Fleckchen hingewiesen. Danach werden die sehenswerten Städte und Dörfer vorgestellt. Nur um einen Eindruck zu gewinnen: Teilweise sind auch Ortschaften mit 2500 Einwohnern oder weniger in dem Reiseführer mit einer Seite vertreten.

Maastricht selbst wir im Reiseführer mit 11 Seiten bedacht. Die Beschreibung der Orte ist immer nach derselben Methode aufgebaut. Zuerst wird der Ort kurz vorgestellt. Dabei wird auf die Geschichte, die wichtigsten Daten und besondere Sehenswürdigkeiten verwiesen. Man kann sich danach ein ungefähres Bild von dem vorgestellten Ort machen. Danach gibt es Infos zu den Verkehrverbindungen und Touristeninformationszentren. Sehr ausführlich werden danach Adressen für ansässige Autovermietungen, Zweiradverleihe, Taxi-Unternehmen usw. , Daten zu Veranstaltungen und Übernachtungsmöglichkeiten (Hotel, Camping, private Zimmer, Jugendherbergen) aufgelistet. Auch eine Liste mit kurzer Beschreibung von empfehlenswerten Restaurants fehlt natürlich nicht. Nach dieser Informationsflut werden die örtlichen Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Was will man mehr?

Selbstverständlich enthält der Reiseführer auch noch allgemeine Informationen zur Anreise, Fortbewegung, etc. sowie einen kleinen Sprachführer. Soweit der erste Eindruck von dem Buch. Wenn ich wieder da bin, werde ich den Reiseführer nach Einsatz in der Praxis nochmals bewerten.

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